Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder im Bezirksverband Schleiden!

„Dieses Jahr 2020 wird sich auf ewig in unser Gedächtnis brennen, sowohl in das persönliche Gedächtnis, wie auch in das der ganzen Welt, in das kollektive Gedächtnis der Menschheit.“ So begann mein letztes geistliches Wort in der Zeit des Lock-Down im Frühjahr. Kaum eine Zeit in meinem Leben hat mich so sehr seelisch belastet; und aus vielen Gesprächen weiß ich, dass ich damit nicht alleine war. Im Laufe des Sommers glaubten wir, Licht am Ende des Corona-Tunnels zu sehen. Aber das war nur ein Trugbild. Seit die Blätter der Bäume sich von grün zu rot zu verändern begonnen haben, seitdem ist die Corona-Ampel nicht nur in Deutschland an immer mehr Orten wieder auf rot oder sogar dunkelrot umgesprungen. Unser persönliches Leben wie auch unser gemeinsames gesellschaftliches Leben wird wieder vom Corona-Virus durchkreuzt. Auch im Kreis Euskirchen hat die Inzidenzzahl die 95 (Stand: 27.10.20) überschritten, das heißt, dass wir nicht länger auf der Insel der Seligen leben. Am Horizont zieht wie ein drohendes Gewitter ein weiterer Lock-Down auf. Im Evangelium des letzten Sonntags hieß es: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit deinem ganzen Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst dienen Nächsten lieben, wie dich selbst.“ Möge sich keiner von uns von Corona-Leugnern unhd Verschwörungstheoretikern einwickeln lassen. Und möge keiner der Auffassung sein, Corona sei nur ein schwere Spielart einer Grippe. Die Nächstenliebe bekommt jetzt eine neue Form: die Einhaltung der AHA+L-Regel. Es muss gerade für uns als Verfechter der Prinzipien Glaube-Sitte-Heimat selbstverständlich sein, um die Heimat zu erhalten, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich möchte Euch zur Zivilcourage ermutigen, allen – und für die Formulierung bitte ich im Verständnis – Vollpfosten, die tun, als ob nichts wäre, zu sagen, dass die Einhaltung der Regeln ohne Alternative ist. Diese Zivilcourage macht keinen Spaß und auf Dummheit zu reagieren ist nicht einfach. Ich selber hatte keine Worte, als vor einigen Wochen ein Gottesdienstbesucher mir sagte, dass das alles nur ein Werk der Freimaurer sei. Ja, es ist zutiefst menschlich, jemanden finden zu wollen, der es schuld ist. Aber, wer einen Schuldigen um jeden Preis sucht, der will sich aus dem Spiel nehmen. Es kommt auf jeden einzelnen von uns an im Kampf gegen das Ausufern des Virus. Wer es noch nicht verstanden hat: 2020 kann ein Wendepunkt der Geschichte sein, durch den Gott uns etwas sagen will. Aber, sind wir bereit und willens, das wirklich zu hören? Eine Botschaft ist, dass Egoismus der Weg zum Untergang der Gesellschaft ist und nur eine funktionierende Gesellschaft Hoffnung auf Zukunft eröffnet. Eine weitere Botschaft ist, dass wir unseren gesamten Lebensstil auf den Prüfstand stellen müssen, auch in unserem Bezirksverband, den ich da auf einem guten Weg sehe. Deshalb sind wir alle unersetzbar als Indentifikationsfiguren, gerade weil eine verlässliche Orientierung so wichtig ist. Wie sagt es unser Herr, Jesus Christus, im Matthäus-Evangelium: „Ihr seid das Licht der Welt. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Die Corona-Pandemie fordert uns in einer Art und Weise heraus, wie sie unser Land seit dem Krieg nicht erlebt hat. Antworten wir auf diese außerordetnliche und bedrückende Zeit mit Glaube, Liebe und Heimat. Wahr bleibt bei all dem, was im Buch der Weisheit im ErstenTestament steht: „Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. Kein Gift des Verderbens ist in ihnen, das Reich der Unterwelt hat keine Macht auf der Erde; denn die Gerechtigkeit ist unsterblich.“ Achten wir aufeinander und machen wir es uns zu einer Herzensangelegenheit, dass im kommenden Winter und besonders jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit niemand in Isolation und Einsamkeit versinken muss!

Mein Gruß und meine Gedanken gelten jedem von Euch

Euer Michael Krosch

Pfarrvikar und Bezirkspräses s.